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Zwei über hundertjährige US-Veteranen des Zweiten Weltkriegs, Arnold Strauch und Harry Humason, genossen ein Picknick und ein Gespräch mit Jugendlichen vor den Türmen der ehemaligen Ludendorff Brücke. Am 7. März 1945 nahmen amerikanische Streitkräfte die intakte Brücke ein, was einen schnellen Vorstoß in Herzen Deutschlands ermöglichte.
Auf einer Reise durch Europa wollten die beiden Veteranen, die vor 81 Jahren in schweren Kämpfen – der eine um Köln, der andere um Frankfurt – verwickelt waren, die Türme der ehemaligen und für Amerikaner ikonischen Brücke sehen.
Mit dabei war auch Helen Patton, die Enkelin des berühmten amerikanischen Generals George S. Patton. Mit ihrer Stiftung fördert sie in Europa die Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg, insbesondere unter Jugendlichen.
Das Friedensmuseum und der Remagener Pfadfinderstamm „Albert Schweitzer“ hatten aufgetischt. Für die Ehrengäste und ca. 20 Begleitpersonen gab es ein deutsches „Fingerfood“-Buffet samt Brezeln, Wurst und Käse aller Art sowie Kaffee und Kuchen.
Zunächst ging es aber um das gegenseitige Kennenlernen. Die Pfadfinder versammelten sich vor den Veteranen, stellten sich vor und stellten ihnen einige Fragen. „Was motivierte Sie damals zu kämpfen?“
Die Antwort lautete: „Die schreckliche Regierung und ihre furchtbaren Taten.“
„Wie lief ein Tag im Kampfeinsatz?“ fragte ein Pfadfinder.
„Nie genug geschlafen, beim Marschieren eingeschlafen, umgefallen, immer Angst und Stress, überall nach Gefahren Ausschau halten. Zeit verlor ihre Bedeutung. Alles war im Fluss. Fünfzig Tage lang war ich im Kampfeinsatz.“
Auch die Veteranen hatten Fragen für die Pfadfinder. „Wisst ihr, wie schlimm die Zerstörung damals war? Ich fuhr durch Frankfurt. Alles war in Trümmern.“
Eine Pfadfinderin antwortete: „Ja, wir wissen Bescheid. Mein Haus steht an der Stelle, an der sich früher das gigantische Kriegsgefangenenlager Goldene Meile mit hunderttausenden Insassen befand.“
Dann ging es zum Essen. An den Tischen lagen zwischen den Tellern Karten, die Kampfereignisse von damals zeigten. Die Unterhaltung ging weiter. Harry Humason, der Veteran, der durch Frankfurt gekämpft hat, trank immer wieder von seinem kalten Kölsch.
Dann fuhren sie weiter, nun ging es Richtung Pilsen. Alle wussten, dass es die letzten US-Veteranen sein könnten, die die Türme der ehemaligen Ludendorff Brücke besuchen. Sie wussten auch, dass es nun Aufgabe der jüngeren Generationen ist, die Erinnerung wachzuhalten.
Von Andrew Denison, Vorstandsmitglied, Friedensmuseum Brücke von Remagen, e.V.
Das Friedensmuseum Brücke von Remagen beteiligt sich am Internationalen Museumstag am 17. Mai. An diesem Tag werden um 11:00 und 14:00 Uhr kostenlose Führungen angeboten, bei denen nur der Eintritt zu zahlen ist. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen pro Führung begrenzt, in der Reihenfolge der verkauften Tickets. Die etwa 90-minütigen Führungen bieten Einblicke in die Ereignisse der Brückeneroberung vom 7. März 1945 sowie in die aktuellen Museumsaktivitäten.
Bis 31. Oktober zu den Öffnungszeiten des Museums.
Die Ausstellung „Berufswunsch Journalist. Der Zeitungsschreiber Willy Brandt. 1913 bis 1947“ zeigt, was Willy Brandt als die prägendsten Jahre seines Lebens bezeichnete. Die Verwirklichung seines im Abiturgesuch formulierten Berufswunsch eines Journalisten und zwar vom ersten veröffentlichten Zeitungsartikel als 13jähriger Schüler Herbert Frahm bis zum Berichterstatter über das Weltereignis Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Eine solche Laufbahn war dem unehelich geborenen Arbeiterjungen nicht in die Wiege gelegt. Schon gar nicht, als der kämpferische Anti-Nazi mit 19 Jahre gezwungen war, seine Heimatstadt Lübeck zu verlassen und im skandinavischen Exil seinen Weg zu machen.
Die Ausstellung präsentiert 15 großformatige (70X100 cm) Bildtafeln mit zahlreichen Bildmotiven aus der weniger bekannten frühen Lebensphase des Jahrhundertpolitikers Willy Brandt. Der Kurator der Ausstellung Christoph Charlier war über mehrere Jahre Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Unkel „Will-Brandt-Forum“. Abgerundet wird die Ausstellung durch zwei Kunstobjekte der Künstlerin Gabriela Mrozik (Bachelor of Fine Arts), die als für sich stehende Objekte die Ausstellung kommentieren.
Vom 28. März an hat das Museum geöffnet
montags von 14 bis 17 Uhr
dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr
From 28 March, the museum is open
Mondays from 2 to 5 pm
Tuesdays to Sundays from 10 am to 5 pm
Das Friedensmuseum Brücke von Remagen beteiligt sich am erstmals bundesweit stattfindenden „Tag der Demokratiegeschichte“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Steinmeier mit einer Autorenlesung am Freitag, den 20. März um 19.00 Uhr im katholischen Pfarrheim in der Kirchstraße 32.
Ordensschwester Theresita M. Müller liest aus ihrem Buch „Im Auftrag des Friedens“.
Gemeinsam mit anderen Ordensfrauen aus Frankreich und den USA hat sie ein Friedenszentrum in Sainte Mère Eglise aufgebaut, dem ersten Ort, den die Alliierten bei ihrer Landung an Utha-Beach in der Normandie erobert haben. Ein Fallschirmspringer blieb dabei mit seinem Schirm am Kirchturm hängen und wurde von zwei deutschen Soldaten gerettet.
Erschütternd ehrlich berichtet Schwester Theresita von ihren Erfahrungen als Deutsche unter Einheimischen, von Begegnungen mit Veteranen und dem Umgang mit tiefen Wunden. Durch die authentischen Episoden und Geschichten will sie ermutigen, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. Zudem zeigen die Erzählungen, wie wichtig es ist, miteinander zu reden, Konflikte anzusprechen und Vergebung zu praktizieren, um eine bessere Zukunft zu gestalten.
Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Stiftung „Orte deutscher Demokratiegeschichte“ und ist kostenfrei.