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Das Friedensmuseum wurde vom Brückenpreis des Landes Rheinland-Pfalz nun auch für den deutschen Engagementpreis 2026 nominiert. Infos: Friedensmuseum Brücke von Remagen e.V.
Die Kreisvolkhochschulen Ahrweiler und Neuwied beteiligen sich gemeinsam an der "Langen Nacht der Demokratie 2026" des Landes Rheinland-Pfalz und haben rheinübergreifend das Friedensmuseum als Kooperationspartner gewählt. Unter dem Titel "Heimat verlassen! Heimat gewonnen?" Berichten Mitbürger*innen aus dem Ausland, die aktuell in den Kreisen Ahrweiler und Neuwied wohnen, über ihre Erfahrungen, die sie in der neuen Heimat Deutschland gemacht haben.
Weitere Infos unter https://kvhs-ahrweiler de und https://kvhs-neuwied.de
Zwei über hundertjährige US-Veteranen des Zweiten Weltkriegs, Arnold Strauch und Harry Humason, genossen ein Picknick und ein Gespräch mit Jugendlichen vor den Türmen der ehemaligen Ludendorff Brücke. Am 7. März 1945 nahmen amerikanische Streitkräfte die intakte Brücke ein, was einen schnellen Vorstoß in Herzen Deutschlands ermöglichte.
Auf einer Reise durch Europa wollten die beiden Veteranen, die vor 81 Jahren in schweren Kämpfen – der eine um Köln, der andere um Frankfurt – verwickelt waren, die Türme der ehemaligen und für Amerikaner ikonischen Brücke sehen.
Mit dabei war auch Helen Patton, die Enkelin des berühmten amerikanischen Generals George S. Patton. Mit ihrer Stiftung fördert sie in Europa die Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg, insbesondere unter Jugendlichen.
Das Friedensmuseum und der Remagener Pfadfinderstamm „Albert Schweitzer“ hatten aufgetischt. Für die Ehrengäste und ca. 20 Begleitpersonen gab es ein deutsches „Fingerfood“-Buffet samt Brezeln, Wurst und Käse aller Art sowie Kaffee und Kuchen.
Zunächst ging es aber um das gegenseitige Kennenlernen. Die Pfadfinder versammelten sich vor den Veteranen, stellten sich vor und stellten ihnen einige Fragen. „Was motivierte Sie damals zu kämpfen?“
Die Antwort lautete: „Die schreckliche Regierung und ihre furchtbaren Taten.“
„Wie lief ein Tag im Kampfeinsatz?“ fragte ein Pfadfinder.
„Nie genug geschlafen, beim Marschieren eingeschlafen, umgefallen, immer Angst und Stress, überall nach Gefahren Ausschau halten. Zeit verlor ihre Bedeutung. Alles war im Fluss. Fünfzig Tage lang war ich im Kampfeinsatz.“
Auch die Veteranen hatten Fragen für die Pfadfinder. „Wisst ihr, wie schlimm die Zerstörung damals war? Ich fuhr durch Frankfurt. Alles war in Trümmern.“
Eine Pfadfinderin antwortete: „Ja, wir wissen Bescheid. Mein Haus steht an der Stelle, an der sich früher das gigantische Kriegsgefangenenlager Goldene Meile mit hunderttausenden Insassen befand.“
Dann ging es zum Essen. An den Tischen lagen zwischen den Tellern Karten, die Kampfereignisse von damals zeigten. Die Unterhaltung ging weiter. Harry Humason, der Veteran, der durch Frankfurt gekämpft hat, trank immer wieder von seinem kalten Kölsch.
Dann fuhren sie weiter, nun ging es Richtung Pilsen. Alle wussten, dass es die letzten US-Veteranen sein könnten, die die Türme der ehemaligen Ludendorff Brücke besuchen. Sie wussten auch, dass es nun Aufgabe der jüngeren Generationen ist, die Erinnerung wachzuhalten.
Von Andrew Denison, Vorstandsmitglied, Friedensmuseum Brücke von Remagen, e.V.
Das Friedensmuseum Brücke von Remagen beteiligt sich am Internationalen Museumstag am 17. Mai. An diesem Tag werden um 11:00 und 14:00 Uhr kostenlose Führungen angeboten, bei denen nur der Eintritt zu zahlen ist. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen pro Führung begrenzt, in der Reihenfolge der verkauften Tickets. Die etwa 90-minütigen Führungen bieten Einblicke in die Ereignisse der Brückeneroberung vom 7. März 1945 sowie in die aktuellen Museumsaktivitäten.
Bis 31. Oktober zu den Öffnungszeiten des Museums.
Die Ausstellung „Berufswunsch Journalist. Der Zeitungsschreiber Willy Brandt. 1913 bis 1947“ zeigt, was Willy Brandt als die prägendsten Jahre seines Lebens bezeichnete. Die Verwirklichung seines im Abiturgesuch formulierten Berufswunsch eines Journalisten und zwar vom ersten veröffentlichten Zeitungsartikel als 13jähriger Schüler Herbert Frahm bis zum Berichterstatter über das Weltereignis Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Eine solche Laufbahn war dem unehelich geborenen Arbeiterjungen nicht in die Wiege gelegt. Schon gar nicht, als der kämpferische Anti-Nazi mit 19 Jahre gezwungen war, seine Heimatstadt Lübeck zu verlassen und im skandinavischen Exil seinen Weg zu machen.
Die Ausstellung präsentiert 15 großformatige (70X100 cm) Bildtafeln mit zahlreichen Bildmotiven aus der weniger bekannten frühen Lebensphase des Jahrhundertpolitikers Willy Brandt. Der Kurator der Ausstellung Christoph Charlier war über mehrere Jahre Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Unkel „Will-Brandt-Forum“. Abgerundet wird die Ausstellung durch zwei Kunstobjekte der Künstlerin Gabriela Mrozik (Bachelor of Fine Arts), die als für sich stehende Objekte die Ausstellung kommentieren.